Glücksspiel in Deutschland
Hochgerechnet etwa 1,3 Millionen Erwachsene in Deutschland leiden unter einer Störung durch Glücksspielen.
Glücksspiel
15,0 % der Bevölkerung haben mindestens eine Person in ihrem Umfeld, für die das Wetten oder Spielen um Geld zu einer Belastung oder einem Problem geworden ist.
Hochgerechnet gut 1,3 Millionen Menschen erfüllen die Diagnosekriterien einer glücksspielbezogenen Störung, weitere 3,1 Millionen Menschen weisen Anzeichen für ein problematisches Glücksspielverhalten auf. Das zeigt der aktuelle Glücksspielsurvey.
Knapp 36 % der 16- bis 70-Jährigen in Deutschland haben in den vergangenen 12 Monaten mindestens ein Glücksspiel gespielt, Männer (40,4 %) häufiger als Frauen (32,4 %).
Bei knapp über 3 % der suchttherapeutischen Behandlungspisoden in der ambulanten Suchthilfe steht eine Problematik des pathologischen Spielens im Vordergrund.
Verbreitung
Wie viele Personen in Deutschland nehmen an Glücksspielen teil?
36,4 % der 16- bis 70-Jährigen in Deutschland haben in den letzten 12 Monaten an einem Glücksspiel teilgenommen – Männer in größerem Maße als Frauen. Unter den 16- und 17-Jährigen, für die Glücksspiele gesetzlich nicht erlaubt sind, geben immerhin 11,6 % an, in den letzten 12 Monaten daran teilgenommen zu haben.
Dies zeigen Ergebnisse des Glücksspielsurveys 2025. Die Abbildung unten zeigt, wie viel Prozent der Befragten angaben, an Glücksspielen teilgenommen zu haben, und wie sich die Teilnahme auf die verschiedenen Zugangswege zum Glücksspiel verteilt.
ℹ Hinweise zu den Abbildungen Am oberen Rand der Abbildung können Sie sich mittels der Buttons durch verschiedene Ansichten (z. B. "Teilnahme") klicken. Durch Klicken auf die Beschreibungen in den Grafik-Legenden (z. B. „Männer“) können Sie zudem einzelne Linien ein- oder ausblenden.
Datenquelle
Glücksspielsurvey
Glücksspielsurvey
Der Glücksspielsurvey soll dazu beitragen, bessere epidemiologische Erkenntnisse über Glücksspielteilnahme und probleme der bundesdeutschen Bevölkerung zu erhalten. Auf der Grundlage solcher Daten können Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes evaluiert und gegebenenfalls verbessert werden.
Die Erhebung erfolgt seit 2007 alle zwei Jahre mithilfe einer kombinierten Telefon- und Onlinebefragung. Die Grundgesamtheit der Studie ist die deutschsprachige Bevölkerung zwischen 16 und 70 Jahren. Die letzte Befragung stammt aus dem Jahr 2025. Da für die Erhebung im Jahr 2021 die Methodik grundlegend überarbeitet wurde, sind Vergleiche nur seit dieser Erhebungswelle des Glücksspielsurveys sinnvoll. Ergebnisse aus früheren Erhebungen werden daher nicht dargestellt.
Die hier dargestellten Daten sind dem Glücksspielsurvey 2025 (Abbildung 1 und 2) entnommen.
Ergebnisse
12-Monats-Teilnahme
12-Monats-Teilnahme
36,4 %
Die Corona-Pandemie hat auch im Glücksspiel ihre Spuren hinterlassen. Durch die pandemiebedingten Lockdowns in den Jahren 2020 und 2021 mussten stationäre Spielstätten schließen und Wetten auf Sportergebnisse waren in dieser Form nur eingeschränkt möglich. Seitdem ist die Zahl derer, die in den letzten 12 Monaten an mindestens einem Glücksspiel teilgenommen haben, von knapp 30 % im Jahr 2021 auf 36,4 % im Jahr 2025 gestiegen.
40,4 %
Männer (40,4 %) sind affiner für Glücksspiele als Frauen (32,4 %). Besonders deutlich wird der Geschlechtsunterschied bei den Sportwetten. Männer nehmen im Vergleich zu Frauen fast fünfmal so häufig an dieser Spielform teil. Im Jahr 2023 setzten 6,4 % der Männer und 1,3 % der Frauen Geld bei Sportwetten ein (siehe Glücksspielsurvey 2025, Tabelle 5).
Zugangsweg
Zugangsweg
16,6 %
Aktuell nehmen 16,6 % der erwachsenen Allgemeinbevölkerung an ausschließlich stationären Glücksspielen teil. Das sind mehr als an ausschließlich online zugänglichen Glücksspielen (10,8 %). In den vergangenen Jahren ist aber ein stärkerer Anstieg für online zugängliche Glücksspiele zu beobachten.
Behandlung
Inanspruchnahme der Versorgungssysteme
3,4 % der ambulanten Betreuungen mit einer Suchtproblematik gehen auf pathologisches Spielen als Hauptdiagnose zurück. Knapp 90 % der behandelten Personen sind männlich. Dies ergibt sich aus den Ergebnissen der Deutschen Suchthilfestatistik.
ℹ Hinweis zur Abbildung Durch Klicken auf die Beschreibungen in den Grafik-Legenden (z. B. „Ambulant“) können Sie einzelne Linien aus- und wieder einblenden.
Datenquelle
Deutsche Suchthilfestatistik
Deutsche Suchthilfestatistik
Die Deutsche Suchthilfestatistik (DSHS) erfasst deutschlandweit Beratungs- und Behandlungsvorgänge in ambulanten wie (teil-)stationären Einrichtungen der Suchthilfe.
Die Statistik wird jährlich erhoben und veröffentlicht, wobei Suchthilfeeinrichtungen grundsätzlich nicht zur Teilnahme verpflichtet sind. Dennoch beteiligt sich die Mehrheit der ambulanten Suchthilfeeinrichtungen (Datenjahr 2024: 77 %) sowie gut die Hälfte der stationären Rehabilitationseinrichtungen (Datenjahr 2024: 54 %) an der Erhebung. Da die Zusammensetzung der datenliefernden Einrichtungen von Jahr zu Jahr leicht variiert (offene Kohorte) lassen sich absolute Fallzahlen nur begrenzt interpretieren. Stattdessen wird hier der prozentuale Anteil der Behandlungen bzw. Betreuungen aufgrund der Glücksspielproblematik an allen Behandlungen bzw. Betreuungen, für die eine Hauptdiagnose vorliegt, dargestellt. Ein Vorteil des Heranziehens der prozentualen Anteile ist, dass Verteilungen aufgrund der großen Fallzahlen weniger anfällig gegenüber geringfügigen Veränderungen der Grundgesamtheit (das heißt, Anzahl und Zusammensetzung der teilnehmenden Einrichtungen) sind.
Die DSHS umfasst Informationen auf zwei Ebenen: Zum einen auf der Einrichtungsebene, wo primär strukturelle Merkmale und umgesetzte Angebote der Suchthilfeeinrichtungen erfasst werden. Zum anderen auf Ebene der durchgeführten Betreuungen / Behandlungen mit Informationen zur dort betreuten / behandelten Klientel (soziodemographische und suchtbezogene Aspekte, betreuungs- / behandlungsspezifische Merkmale).
Bei den hier dargestellten Daten handelt es sich jeweils um Zugänge an Betreuungen in der ambulanten Suchthilfe bzw. beendete Behandlungen in der stationäre Suchthilfe, für die eine Hauptdiagnose vorlag. Die Daten der einzelnen Jahre sowie eine detaillierte Erläuterung ihrer Erhebung sind unter www.suchthilfestatistik.de verfügbar.
Ergebnisse
Suchthilfeeinrichtungen
Suchthilfeeinrichtungen
3,4 %
Der Anteil der Betreuungen in ambulanten Suchthilfeeinrichtungen, die auf eine Problematik durch pathologisches Spielen zurückgehen, lag im Jahr 2024 bei 3,4 %, in stationären Einrichtungen bei 1,5 %.
9:1
Männer sind etwa neun Mal häufiger betroffen als Frauen. So lag der Anteil der Männer in stationären Rehabilitationseinrichtungen im Jahr 2024 bei 90 %. In ambulanten Einrichtungen lag der Anteil mit 89 % nur knapp darunter.
Folgeschäden
Zu welchen gesundheitlichen Folgeschäden kann Glücksspiel führen?
Laut Glücksspielsurvey 2025 erfüllten insgesamt 5,5 % bzw. 2,2 % der erwachsenen Personen in Deutschland die Kriterien für ein riskantes Spielverhalten bzw. einer Störung durch Glücksspielen. Dies entspricht hochgerechnet etwa 4,4 Mio. Menschen (die Diagnosekriterien finden sich zum Beispiel im aktuellen Glücksspielatlas, S. 67).
Die Abbildung unten zeigt diese Werte getrennt für Männer und Frauen im Jahr 2025 als die Zahlen zuletzt erhoben wurden.
ℹ Hinweis zur Abbildung Durch Klicken auf die Beschreibungen in den Grafik-Legenden (z. B. „Männer“) können Sie einzelne Balken aus- und wieder einblenden.
Datenquelle
Glücksspielsurvey
Glücksspielsurvey
Mit dem Glücksspielsurvey soll ein Beitrag geleistet werden, die epidemiologischen Erkenntnisse über die Glücksspielteilnahme und -probleme der bundesdeutschen Bevölkerung weiter zu verbessern. Auf der Grundlage solcher Daten können Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes evaluiert und gegebenenfalls verbessert werden.
Die Erhebung erfolgt seit 2007 alle zwei Jahre mithilfe einer kombinierten Telefon- und Onlinebefragung. Die Grundgesamtheit der Studie ist die deutschsprachige Bevölkerung zwischen 16 und 70 Jahren. Die letzte Befragung stammt aus 2025.
Die hier dargestellten Daten sind dem aktuellen Bericht des Glücksspielsurveys (Tabelle 7) entnommen.
Ergebnisse
Störung durch Glücksspielen
Störung durch Glücksspielen
3,1 Mio.
6,9 % der 18- bis 70-jährigen Männer und 4,1 % der Frauen erfüllen die Kriterien eines riskanten Spielverhaltens. Hochgerechnet sind dies knapp 3,1 Millionen Personen.
¾
3,2 % der Männer und 1,0 % der Frauen erfüllen die Diagnosekriterien einer „Störung durch Glücksspielen“. Somit sind etwa 3/4 der hiervon betroffenen Personen Männer. Der Bevölkerungsanteil mit einer leichten Störung liegt bei 0,9 %, der mit einer mittelgradigen Störung bei 0,6 % und der mit einer schweren Störung bei 0,6 % (siehe Glücksspielsurvey, Tabelle 7). Der Schweregrad der Störung kann auch Auswirkungen auf den durchschnittlichen monatlichen Einsatz für Glücksspiele haben.
Begleiterkrankungen
Begleiterkrankungen
Laut Angaben des Glücksspielatlas 2023 leiden fast alle Personen mit einer Störung durch Glücksspielen früher oder später in ihrem Leben auch an einer anderen psychischen Störung. Am häufigsten werden depressive Erkrankungen, Angsterkrankungen oder substanzbezogene Störungen (insbesondere Nikotinabhängigkeit) berichtet.
Darüber hinaus ist eine Glücksspielsucht oftmals mit erheblichen negativen Auswirkungen auf das soziale Umfeld des Betroffenen verbunden. Auf den Familienkreis, Freunde oder das weitere soziale Umfeld kann dies körperliche wie psychische Folgen aber auch finanzielle Auswirkungen sowie Folgen auf der Beziehungsebene haben.
Markt
Wie hoch sind die Umsätze auf dem Glücksspielmarkt?
Die Umsätze auf dem Glücksspielmarkt kannten zwischen dem Jahr 2000 und 2018 nur einen Trend: aufwärts (+ 70,0 %). Einer gewissen Stagnation über wenige Jahre folgte coronabedingt im Jahr 2020 ein kleiner Einbruch (- 10,0 % im Vergleich zu 2019), wobei schon 2021 das Niveau von 2019 wieder übertroffen wurde. Seither sind die Umsätze nochmal deutlich angestiegen. Die Spielverluste der Glücksspielenden auf dem legalen Glücksspielmarkt betrugen laut der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) im Jahr 2024 insgesamt 14,4 Milliarden Euro.
Die Abbildung unten zeigt die Entwicklung des Umsatzes des legalen Glücksspielmarktes in Deutschland zwischen 2000 und 2023 sowie die Nettospielverluste der Glücksspielenden im Jahr 2024.
ℹ Hinweise zu den Abbildungen Am oberen Rand der Abbildung können Sie sich mittels der Buttons durch verschiedene Ansichten (z. B. "Umsatz") klicken.
Datenquellen
Jahrbuch Sucht
Jahrbuch Sucht
Die hier verwendeten Zahlen zum Umsatz sind dem jährlich erscheinenden "Jahrbuch Sucht" der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. entnommen. Das aktuelle Kapitel zum Thema Glücksspiel kann hier abgerufen werden.
Als Datenquellen zur Berechnung des Gesamtumsatzes aus legalem Glücksspiel dienen Daten der Archiv- und Informationsstelle der deutschen Lotto- und Toto-Unternehmen, des Instituts für Wirtschaftsforschung sowie der Gemeinsamen Geschäftsstelle Glücksspiel.
Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder
Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist eine staatliche Aufsichtsbehörde, die den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland reguliert. Sie wurde im Zuge des Glücksspielstaatsvertrages 2021 gegründet. Dabei werden länderübergreifend Glücksspielangebote im Internet geprüft, Genehmigungen erteilt und dafür gesorgt, dass die erlaubten Glücksspielangebote den Spieler- sowie Jugendschutz bewahren. Des Weiteren bekämpft die GGL illegales Glücksspiel und Werbung dafür.
In dem jährlich erscheinenden Tätigkeitsbericht der GGL wird das grundlegende Vorgehen, sowie Maßnahmen und Erfolge der Behörde erläutert. Zentraler Bestandteil des Berichtes ist die Analyse des deutschen Glücksspielmarktes.
Die hier dargestellten Daten zu den Nettospielverlusten sind dem aktuellen Tätigkeitsbericht (Tabelle 1) entnommen.
Ergebnisse
Umsatz
Umsatz
63,5 Mrd.
Im Jahr 2023 betrug der Umsatz des legalen Glücksspielmarkts in Deutschland circa 63,5 Milliarden Euro. Dies bedeutet einen Zuwachs um gut 19,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Der größte Zuwachs zeichnet sich bei virtuellen Automatenspiel/ Online-Poker ab, deren Legalisierung im Juli 2021 erfolgte.
+ 136 %
Seit dem Jahr 2000 hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt (+ 136 %): Von knapp 27 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf nunmehr 63,5 Milliarden im Jahr 2023.
Nettospielverluste
Nettospielverluste
14,4 Mrd.
Im Jahr 2023 verloren Glücksspielende auf dem legalen Glücksspielmarkt 14,4 Milliarden Euro. 34 % entfallen hierbei auf Glücksspielautomaten in Gastronomie und Spielhallen und 31 % auf Lotterien des Deutschen Lotto- und Totoblocks. Sportwetten haben mit einem Nettoverlust von 2 Milliarden Euro ebenfalls noch einen Anteil von über 14 %.
"Glücksspielsucht kann Existenzen in kürzester Zeit zerstören. Die Mechanismen – im Wettbüro, am Automaten oder online – sind gezielt darauf ausgelegt, Spielende zu binden, Verluste zu verschleiern und immer weiterzuspielen. Neurowissenschaftlich ist gut belegt, dass Glücksspiel das Belohnungssystem stark aktiviert und eine Dynamik erzeugt, die viele Betroffene nicht mehr allein stoppen können. Besonders Online-Angebote mit schnellen Spielrunden und permanenter Verfügbarkeit erhöhen dieses Risiko erheblich. Deshalb müssen wir früher eingreifen, Risiken klar benennen und Betroffenen rechtzeitig Hilfe anbieten – bevor aus riskantem Spiel der soziale und wirtschaftliche Absturz wird."
Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen