Cannabiskonsum in Deutschland

Cannabis ist das nach Alkohol und Nikotin am häufigsten konsumierte Suchtmittel.

Cannabis

    In Deutschland haben ca. 16 Millionen Personen in ihrem Leben mindestens ein Mal Cannabis konsumiert.

    Knapp 32 % der Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren haben in ihrem Leben mindestens ein Mal Cannabis konsumiert. Laut aktuellen Erhebungen konsumierten zudem 9,7 % der Erwachsenen sowie 6,1 % der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen in Deutschland in den letzten 12 Monaten Cannabis.

    Cannabis gehört zu den ältesten Rauschmitteln der Welt und weist eine lange Tradition als Nutz- und Heilpflanze auf. Der Konsum von Cannabis birgt aber auch verschiedene Risiken. So ist beispielsweise bei stationären und ambulanten Behandlungs­episoden in der Suchthilfe nach Alkohol der missbräuchliche Konsum oder eine Abhängigkeit von Cannabinoiden die zweithäufigste Hauptdiagnose. Aufgrund akuter Intoxikationen oder Vergiftungen mit Cannabinoiden wurden 2024 über 2.500 Fälle stationär im Krankenhaus behandelt. Todesfälle als direkte Folge einer Überdosierung von Cannabis sind in Deutschland nicht verzeichnet.

    Zum 1. April 2024 ist das Gesetz zum Umgang mit Konsumcannabis (KCanG) in Kraft getreten. Damit wird der private Eigenanbau durch Erwachsene sowie der gemeinschaftliche, nicht-gewerbliche Eigenanbau von Cannabis in Anbauvereinigungen zum Eigenkonsum entkriminalisiert. Für Kinder und Jugendliche bleibt Cannabis weiterhin verboten. Das Gesetz sieht eine Evaluation zu dessen Auswirkungen auf den Kinder- und Jugendschutz, den allgemeinen Gesundheitsschutz sowie die cannabisbezogene Kriminalität vor. Bislang (Stand 01.04.2026) wurden zwei Zwischenberichte dieser Evaluation veröffentlicht, Ergebnisse können hier eingesehen werden.

    Was ist Cannabis?

    Was ist Cannabis?

    Die Cannabis-Pflanze gehört zur botanischen Gattung der Hanfgewächse (Cannabaceae) und enthält psychoaktive Wirkstoffe. Cannabis gehört zu den ältesten Rauschmitteln der Welt und weist eine lange Tradition als Nutz- und Heilpflanze auf.

    Bislang wurden circa 500 chemische Substanzen in der Cannabis-Pflanze gefunden, mehr als 100 davon zählen zu der Gruppe der Cannabinoide. Die berauschende Wirkung der Pflanze geht vor allem auf das THC (δ-9-Tetrahydrocannabinol) zurück.

    Die zwei häufigsten Konsumformen des pflanzlichen Cannabis sind die getrockneten Blüten und Blätter der weiblichen Hanfpflanze (Marihuana, umgangssprachlich: „Gras“) sowie das aus dem THC-haltigen Harz der Blütenstände gewonnene Haschisch.

    Mehr zu Cannabis erfahren Sie im "Drogenlexikon" von drugcom.de, einem Internetportal über legale und illegale Substanzen.

    Hinweis zur Darstellung der Daten zu Cannabis

    Hinweis zur Darstellung der Daten zu Cannabis

    Diese Seite bezieht sich auf den Konsum von THC-haltigem Cannabis als Rausch- und/oder Suchtmittel. Cannabis als Medikament, legale CBD-Produkte mit THC-Gehalt unter 0,2 % („CBD-Cannabis“) oder synthetische Cannabinoide werden hier nicht abgedeckt. Ausnahmen bilden die Statistik zu den Krankenhausaufenthalten sowie die Deutsche Suchthilfestatistik, deren Diagnosen auf dem Klassifikationssystem ICD-10 basieren. Dieses sieht lediglich Diagnoseschlüssel für Cannabinoide vor, so dass diese Diagnosen neben THC auch weitere Cannabinoide umfassen können.

     

    "Cannabis ist keine harmlose Substanz – insbesondere nicht für junge Menschen. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass früher Beginn, häufiger Konsum und hochpotente THC-Produkte mit einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen sowie ungünstigere Krankheitsverläufe assoziiert sind.

    Eine sachliche und evidenzbasierte Cannabispolitik muss deshalb Jugendschutz, Aufklärung und klare Grenzen konsequent miteinander verbinden. Gleichzeitig müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass in Deutschland mehrere Millionen Menschen Cannabis konsumieren. Daraus folgt Verantwortung: Wir brauchen Regeln, die schützen, und eine Aufklärung, die Risiken klar benennt – und wir müssen Konsumierende wirksam vom Schwarzmarkt fernhalten. Beides gehört zusammen."

    Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen

    Verbreitung

    Wie viele Personen konsumieren in Deutschland Cannabis?

    Knapp jeder zehnte Deutsche im Alter von 18 bis 64 Jahren hat in den vergangen 12 Monaten mindestens ein Mal Cannabis Konsumiert. Bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sind es ca. 6 %. Der Anteil der Erwachsenen, die innerhalb von 12 Monaten Cannabis konsumieren, steigt seit dem Jahr 2021 an, bei Jugendlichen sind die Werte zuletzt leicht gesunken.

    Dies zeigen Erhebungen des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) sowie der Alkoholsurvey und die Drogenaffinitäts­studie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).

    ℹ Hinweis zur Abbildung Durch Klicken auf die Beschreibungen in der Grafik-Legende (z. B. „Erwachsene") können Sie einzelne Linien aus- und wieder einblenden.

    Wie viele Erwachsene und Jugendliche konsumieren innerhalb von 12 Monaten Cannabis (2010 - 2025, in Prozent)?

    Datenquellen: Epidemiologischer Suchtsurvey, Alkoholsurvey und Drogenaffinitätsstudie.

    Datenquellen

    Epidemiologischer Suchtsurvey

    Epidemiologischer Suchtsurvey

    Wie viele erwachsene Personen in Deutschland konsumieren Cannabis? Dieser Frage gehen die Erhebungen des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) nach. Dabei werden Erwachsene unter anderem gefragt, ob sie in den vergangenen 12 Monaten bei mindestens einer Gelegenheit Cannabis konsumiert haben. Darüber hinaus wird alle sechs Jahre anhand eines standardisierten Fragebogens erhoben, ob der/die Befragte die Diagnosekriterien für eine Cannabiskonsumstörung gemäß DSM-IV bzw. DSM-V erfüllt.

    Der ESA ist eine seit 1980 regelmäßig durchgeführte bevölkerungsrepräsentative Studie zur Erfassung des Konsums psychoaktiver Substanzen und substanzbezogener Belastung in der erwachsenen Wohnbevölkerung in Deutschland. Seit 1997 finden die Erhebungen alle drei Jahre statt. Die letzte Befragung erfolgte im Jahr 2024.

    Die Daten werden mithilfe eines selbstauszufüllenden Fragebogens erfasst. Neben einer schriftlichen Beantwortung kann der Fragebogen seit 2006 zusätzlich mithilfe telefonischer Interviews sowie seit 2009 auch online beantwortet werden. Es handelt sich um Fragen zum Konsum von Tabak, Alkohol, illegalen Drogen und Medikamenten der Befragten. Neben der Einschätzung des aktuellen Substanzkonsums können durch die Berücksichtigung zeitlicher Trends gesundheitspolitisch problematische Entwicklungen erkannt werden.

    Zielpersonen des ESA sind deutschsprachige, in Privathaushalten lebende Personen, die zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen 18 und 64 Jahren alt sind. Die Ziehung der Personenstichprobe erfolgt auf Basis der Einwohnermelderegister in einem Zufallsverfahren. Die angestrebte Stichprobengröße für Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren umfasst 8.000 Personen. Seit der Erhebung im Jahr 2024 werden darüber hinaus Personen im Alter von 65 bis 85 Jahren befragt.

    Die dargestellten Daten der 12-Monats-Prävalenz sind dem aktuellen Kurzbericht (Tabelle 2) entnommen.

    Erhebung des Cannabiskonsums im Alkoholsurvey und der Drogenaffinitätsstudie

    Erhebung des Cannabiskonsums im Alkoholsurvey und der Drogenaffinitätsstudie

    Der Cannabiskonsum von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird in zwei Befragungen des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG) erhoben: dem Alkoholsurvey sowie der Drogenaffinitätsstudie. Die Zielstichprobe beider Erhebungen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren. Die Stichprobengrößen variierten in der Vergangenheit etwas. Seit 2015 beträgt sie aber für beide Erhebungen etwa 7.000 Personen.

    In beiden Erhebungen werden die Fragebögen mittels eines computergestützten Telefoninterviews erhoben. Der Alkoholsurvey wurde im Zeitraum von 2010 bis 2018 alle zwei Jahre wiederholt. Die letzte Befragung erfolgte im Jahr 2021. Der Fragebogen umfasst Fragen zum Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis der Befragten. Die Drogenaffinitätsstudie wird seit 1973 alle drei bis vier Jahre erhoben. Sie umfasst Fragen zu Konsum, Motiven und Einstellungen zu Alkohol, Tabak und illegalen Drogen. Die letzte Befragung mit Schwerpunkt Cannabis erfolgte im Jahr 2025 (aktueller Bericht), die hier dargestellten Zahlen wurden Tabelle 8 entnommen.

    Ergebnisse

    12-Monats-Konsum

    12-Monats-Konsum

    9,7 %

    Der Cannabiskonsum der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland steigt seit dem Jahr 2012 kontinuierlich an: Von 4,5 % (2012) auf 9,7 % (2024). 2024 konsumierte somit beinahe jeder zehnte Erwachsene mindestens ein Mal in den vergangenen 12 Monaten Cannabis. Zwischen 2021 und 2024 stieg der Anteil von 8,8 % auf 9,7 %.

    6,1 %

    Bei den 12- bis 17-Jährigen ist der Anteil derer, die mindestens ein Mal in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumierten, seit zehn Jahren konstant und sank zuletzt leicht ab auf 6,1 %.

     

    Geschlechts­unterschiede

    Geschlechts­unterschiede

    75 %

    Während laut ESA-Daten des Jahres 2024 in den vergangenen 12 Monaten 7,0 % der erwachsenen Frauen Cannabis konsumiert haben, lag der Anteil unter Männern bei 12,3 % und damit ca. 75 Prozent höher als bei Frauen.

    2,6 %

    Unter Jugendlichen war in den meisten der Erhebungen der letzten 15 Jahre ebenfalls ein Geschlechtsunterschied erkennbar: Mehr männliche Jugendliche haben in den jeweils vergangenen 12 Monaten vor der Erhebung Cannabis konsumiert als weibliche Jugendliche. 2023 lag der Geschlechtsunterschied nur noch bei 1,3 Prozentpunkten; 2025 war er mit 2,6 Prozentpunkten wieder etwas ausgeprägter.

    Behandlung

    Inanspruchnahme der Versorgungssysteme

    Laut Krankenhausstatistik gingen im Jahr 2024 2.569 Krankenhaus­aufenthalte auf eine Vergiftung oder Intoxikation mit Cannabinoiden zurück. Gemäß Deutscher Suchthilfestatistik ist zudem in stationären und ambulanten Suchthilfe­einrichtungen eine cannabinoid-bezogene Problematik nach Alkohol die häufigste Hauptdiagnose: Bei fast jeder sechsten Betreuung in ambulanten Einrichtungen steht der missbräuchliche Konsum oder die Abhängigkeit von Cannabinoiden im Vordergrund (Alkohol: circa 50 %).

    Die Abbildungen unten zeigen die Anzahl der Krankenhaus­aufenthalte, die auf Vergiftungen oder Intoxikationen mit Cannabinoiden in den Jahren 2000 bis 2024 zurückzuführen sind sowie die Anteile der suchtbezogenen Fälle in ambulanten und stationären Suchthilfeeinrichtungen, bei denen eine Cannabis­konsum­störung im Vordergrund steht.

    ℹ Hinweise zu den Abbildungen Am oberen Rand der u. s. Abbildung können Sie sich mittels der Buttons (z. B. "Suchthilfe“) durch verschiedene Ansichten klicken. Durch Klicken auf die Beschreibungen in den Grafik-Legenden (z. B. „Vergiftungen") können Sie zudem einzelne Linien aus- und wieder einblenden.

    Wie viele Krankenhaus­aufenthalte gehen auf Vergiftungen oder Intoxikationen mit Cannabinoiden zurück (2000 - 2024)?

    Anmerkung: Die Summe aus den Anzahl Fällen für Männer und Frauen ergibt nicht immer exakt die Gesamtsumme. Dies ist der Geheimhaltung von Einzelfällen geschuldet, die in der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes vorgenommen wird.

    Datenquelle: Krankenhausstatistik.

    Welcher Anteil der Fälle mit Haupt­diagnose ist in ambulanten und stationären Suchthilfe­einrichtungen auf Cannabinoide zurückzuführen (2000 - 2024)?

    Anmerkung: Veränderungen des Anteils erlauben lediglich Rückschlüsse auf Verschiebungen in der Fallzusammensetzung, aber keine Rückschlüsse auf ein höheres oder niedrigeres (absolutes) Betreuungsaufkommen.

    Datenquelle: Deutsche Suchthilfestatistik.

    Datenquellen

    Krankenhausstatistik

    Krankenhausstatistik

    In der Krankenhaus­statistik (Diagnosen) melden sämtliche öffentliche und private Kranken­häuser in Deutschland verpflichtend Daten zu ihren entlassenen voll­stationären Patientinnen und Patienten (Vollerhebung). Daten umfassen unter anderem die Erkrankungsart (Hauptdiagnose), Verweildauer, Fach­abteilung sowie sozio­demographische Merkmale der Patientinnen und Patienten (z. B. Alter, Geschlecht, Wohnort). Die Angaben umfassen auch die im Krankenhaus verstorbenen, nicht jedoch vor-, nach-, teilstationär oder ambulant behandelte Patientinnen und Patienten.

    Krankenhausaufenthalte können hiermit detailliert nach Haup­tdiagnosen aufgeschlüsselt ausgewertet werden. Die Haupt­diagnose wird gemäß dem Klassifikations­system ICD-10 verschlüsselt.

    Die dargestellten Daten sind der Gesundheitsberichterstattung des Bundes entnommen. In die Auswertung flossen die ICD-10-Diagnosen F12.0 (Akute Intoxikation durch Cannabinoide) sowie T40.7 (Vergiftung durch Cannabis) ein.

    Deutsche Suchthilfestatistik

    Deutsche Suchthilfestatistik

    Die Deutsche Suchthilfestatistik (DSHS) erfasst deutschlandweit Beratungs- und Behandlungs­vorgänge in ambulanten wie (teil-)stationären Einrichtungen der Suchthilfe.

    Die Statistik wird jährlich erhoben und veröffentlicht, wobei Suchthilfe­einrichtungen grundsätzlich nicht zur Teilnahme verpflichtet sind. Dennoch beteiligt sich die Mehrheit der ambulanten Suchthilfe­einrichtungen (Datenjahr 2024: 77 %) sowie gut die Hälfte der stationären Rehabilitations­einrichtungen (Datenjahr 2024: 54 %) an der Erhebung. Da die Zusammen­setzung der daten­liefernden Einrichtungen von Jahr zu Jahr leicht variiert (offene Kohorte) lassen sich absolute Fallzahlen nur begrenzt interpretieren. Stattdessen wird hier der prozentuale Anteil der Behandlungen bzw. Betreuungen aufgrund der jeweiligen substanz­bezogenen Problematik an allen Behandlungen bzw. Betreuungen, für die eine Haupt­diagnose vorliegt, dargestellt. Ein Vorteil des Heranziehens der prozentualen Anteile ist, dass Verteilungen aufgrund der großen Fallzahlen weniger anfällig gegenüber geringfügigen Veränderungen der Grund­gesamtheit (das heißt, Anzahl und Zusammen­setzung der teilnehmenden Einrichtungen) sind.

    Die DSHS umfasst Informationen auf zwei Ebenen: Zum einen auf der Einrichtungs­ebene, wo primär strukturelle Merkmale und umgesetzte Angebote der Suchthilfe­einrichtungen erfasst werden. Zum anderen auf Ebene der durchgeführten Betreuungen / Behandlungen mit Informationen zur dort betreuten / behandelten Klientel (sozio­demographische und sucht­bezogene Aspekte, betreuungs- / behandlungs­spezifische Merkmale).

    Bei den hier dargestellten Daten handelt es sich jeweils um Zugänge an Betreuungen in der ambulanten Suchthilfe bzw. beendete Behandlungen in der stationäre Suchthilfe, für die eine Haupt­­diagnose vorlag. Die Daten der einzelnen Jahre sowie eine detaillierte Erläuterung ihrer Erhebung sind unter www.suchthilfestatistik.de verfügbar.

    Ergebnisse

    Krankenhaus­aufenthalte

    Krankenhaus­aufenthalte

    2.569

    Insgesamt 2.569 Krankenhausaufenthalte sind 2024 auf Vergiftungen oder akute Intoxikationen mit Cannabinoiden zurückzuführen. Insbesondere die Intoxikationen sind seit dem Jahr 2000 stark angestiegen und haben sich seither mehr als verdoppelt. Der höchste Wert wurde bisher im Jahr 2015 erreicht; seitdem sanken die Krankenhaus­aufenthalte ab. Von 2023 auf 2024 kam es allerdings zu einem Anstieg der cannabinoidbezogenen Krankenhausaufenthalte um fast 30 % auf nunmehr 2.569 Fälle.

    68 %

    Circa 68 % der stationären Krankenhausaufenthalte betreffen Männer, etwa 32 % Frauen.

     

    Suchthilfe­einrichtungen

    Suchthilfe­einrichtungen

    15,8 %

    Bei knapp jeder sechsten Betreuung, die aufgrund einer Substanzgebrauchs­störung durchgeführt wird, steht in ambulanten Suchthilfe­einrichtungen eine cannabinoidbedingte Problematik im Vordergrund.

    10,6 %

    Auch in stationären Rehabilitationseinrichtungen spielt der missbräuchliche Konsum bzw. eine Abhängigkeit von Cannabinoiden eine große Rolle. Etwa jede zehnte Behandlung ging 2024 auf eine cannabinoidbezogene Problematik zurück. Im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei etwa 1 %.

    4:1

    Der Männeranteil mit einer cannabinoid-bezogenen Suchtproblematik liegt sowohl in der stationären (80 %) wie in der ambulanten Suchthilfe (77 %) in etwa vier Mal so hoch wie der Anteil der Frauen.

    Folgeschäden

    Zu welchen gesundheitlichen Folgeschäden kann Cannabiskonsum führen?

    Circa 1 % der erwachsenen Personen in Deutschland erfüllen die Diagnosekriterien einer Cannabis­abhängigkeit, 0,5 % die eines Missbrauchs. Dies entspricht hochgerechnet etwa 510.000 bzw. 260.000 Menschen. Zu diesem Ergebnis kommen die alle sechs Jahre stattfindenden vertieften Erhebungen zum Substanzkonsum im Rahmen des epidemiologischen Suchtsurvey (ESA).

    Die Abbildung unten zeigt diese Werte getrennt für Männer und Frauen im Jahr 2024, als die Zahlen zuletzt erhoben wurden.

    ℹ Hinweis zur Abbildung Durch Klicken auf die Beschreibungen in den Grafik-Legenden (z. B. „Männer") können Sie einzelne Balken aus- und wieder einblenden.

    Wie viele Erwachsene erfüllen die Diagnose­kriterien von Cannabis­abhängigkeit oder -missbrauch (2024, in Prozent)?

    Datenquelle: Epidemiologischer Suchtsurvey.

    Datenquelle

    Epidemiologischer Suchtsurvey

    Epidemiologischer Suchtsurvey

    Der Epidemiologische Suchtsurvey (ESA) ist eine seit 1980 regelmäßig durchgeführte bevölkerungsrepräsentative Studie zur Erfassung des Konsums psychoaktiver Substanzen und substanzbezogener Belastung in der erwachsenen Wohnbevölkerung in Deutschland. Seit 1997 finden die Erhebungen alle drei Jahre statt. Die letzte Befragung erfolgte im Jahr 2024.

    Die Daten werden mithilfe eines selbstauszufüllenden Fragebogens erfasst. Neben einer schriftlichen Beantwortung kann der Fragebogen seit 2006 zusätzlich mithilfe telefonischer Interviews sowie seit 2009 auch online beantwortet werden. Es handelt sich um Fragen zum Konsum von Tabak, Alkohol, illegalen Drogen und Medikamenten der Befragten. Neben der Einschätzung des aktuellen Substanzkonsums können durch die Berücksichtigung zeitlicher Trends gesundheitspolitisch problematische Entwicklungen erkannt werden.

    Alle sechs Jahre erfolgt zudem eine vertiefte Erhebung von Substanzkonsumstörungen mithilfe eines standardisierten Fragebogens. Anhand dessen kann geschätzt werden, wie viele Personen die Diagnosekriterien der Cannabisabhängigkeit bzw. des -missbrauchs gemäß einem internationalen Diagnose-Klassifikationssystem (DSM-IV) erfüllen.

    Zielpersonen des ESA sind deutschsprachige, in Privathaushalten lebende Personen, die zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen 18 und 64 Jahren alt sind. Die Ziehung der Personenstichprobe erfolgt auf Basis der Einwohnermelderegister in einem Zufallsverfahren. Die angestrebte Stichprobengröße umfasst für Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren 8.000 Personen. Seit der Erhebung im Jahr 2024 werden darüber hinaus Personen im Alter von 65 bis 85 Jahren befragt.

    Die hier dargestellten Daten sind dem Ergebnisbericht 2024 (eTabelle) entnommen.

    Ergebnisse

    Abhängigkeit und Missbrauch

    Abhängigkeit und Missbrauch

    fast 2 x

    1,2 % der Männer erfüllten im Jahr 2024 die Kriterien einer Cannabisabhängigkeitfast zwei Mal so häufig wie Frauen (0,7 %).

    Mit 0,6 % bei Männern und 0,4 % bei den Frauen liegt der Anteil der Personen, die Kriterien eines Cannabismissbrauchs erfüllen, relativ nah zusammen.

    Seit 2000 ist für Cannabisabhängigkeit und Cannabismissbrauch ein leichter Anstieg erkennbar. Der Anteil derer, die unter Cannabisabhängigkeit litten, lag im Jahr 2000 noch bei 0,3 %, im Jahr 2024 bei 1 %. Der Cannabismissbrauch blieb weitgehend konstant (2000: 0,4 %; 2024: 0,6 %).

    Daten für Jugendliche in Deutschland liegen bislang lediglich in Form einer wissenschaftlichen Studie vor. So berichten Arnaud und Kollegen (2023) für Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, dass 1,8 % die Diagnosekriterien für Cannabismissbrauch und 0,8 % für Cannabisabhängigkeit erfüllen. Am häufigsten betroffen sind dabei Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren. Die Zahlen für Jugendliche sind insgesamt vergleichsweise hoch. Auch deshalb ist weitere Forschung notwendig, um ein differenziertes Bild der Entwicklung von Cannabisgebrauchs­störungen unter Jugendlichen zu erhalten.

    Markt

    Wie groß ist der Schwarzmarkt für Cannabis?

    Daten zur Größe des Schwarzmarkts (bislang) illegaler Substanzen sind naturgemäß nur schwer zu erheben. Dennoch scheint klar, dass Cannabis das mit Abstand meist gehandelte Rausch- bzw. Suchtmittel in Deutschland ist. Dabei stammt laut Angaben des Bundeskriminalamts das Marihuana zu einem Großteil aus westeuropäischem Indoor- und Outdooranbau. Insbesondere der professionelle Cannabisanbau durch OK-Gruppierungen in Spanien haben demnach in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Der überwiegende Teil des sichergestellten Haschischs stammt hingegen aus Marokko.

    Dass illegalem Cannabisanbau in Deutschland auch eine Bedeutung zukommt, zeigen die Sicherstellungs­zahlen des BKA von Cannabis-Indoor-Plantagen sowie auf Außenflächen: So wurden im Jahr 2024 insgesamt 366 Cannabis-Plantagen mit Anbaukapazitäten ab 20 Pflanzen sichergestellt, darunter 25 sogenannte Profiplantagen.

    Es bleibt weiterhin abzuwarten, wie sich die (Teil-)Legalisierung von Cannabis in Deutschland auf den Schwarzmarkt auswirken wird. Auf die Anzahl der registrierten Handelsdelikte wirkte sich die (Teil-)Legalisierung bereits deutlich aus: Der Rückgang der Gesamtzahl solcher Delikte um 34,2 % im Vergleich zu 2023 ist laut BKA primär der geänderten Gesetzeslage im Bereich Cannabis geschuldet.

    Auf europäischer Ebene spielt der Handel mit Cannabis ebenfalls eine bedeutende Rolle: Für das Jahr 2021 (neuste vorliegende Daten) wird geschätzt, dass innerhalb der EU etwa 31 Milliarden Euro mit dem Handel illegaler Substanzen umgesetzt wurden. Hiervon entfallen 39 % (circa 12,1 Milliarden Euro) auf Cannabis.

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